#1 Das Trennen bei Familienbesuch (Frauen - Nicht-Mahrams) von aanas 23.07.2010 23:49

Frage: Welchen Rat können Sie muslimischen Familien in Hinsicht auf Familienbesuche und
Zusammenkünfte geben?


Antwort:
Alles Lob gebührt Allâh.


Menschen sind von Natur aus gesellig: sie müssen Freunde haben, und Freundschaft schließt das gegenseitige Besuchen ein.
Wenn Familienbesuche stattfinden, müssen wir einer wichtigen Sache Aufmerksamkeit schenken, die die Tür für das Übel schließen wird. Und zwar dürfen wir es nicht zulassen, dass sich die Geschlechter frei mischen. Einer der Beweise dafür, dass das Mischen harâm ist, ist die Âyah (ungefähre Bedeutung): „…Und wenn ihr sie (die Frauen des Propheten) um einen Gegenstand bittet, so bittet sie hinter einem Vorhang. Das ist reiner für eure Herzen und ihre Herzen. …” [al-Ahzâb 33:53]


Wenn wir die schlimmen Resultate des freien Mischens bei Familienversammlungen betrachten, finden wir viele Beispiele der Verdorbenheit und Unmoral, zum Beispiel:


1. In den meisten Fällen ist der Hijâb der Frauen bei gemischten Zusammenkünften entweder nicht vorhanden oder nicht richtig. Diese Frauen zeigen die Schönheit, die Allâh ihnen verboten hat, denjenigen zu zeigen, vor denen es ihnen nicht erlaubt ist, sich zu entblößen, wie es in folgender Âyah heißt (ungefähreBedeutung): „… und ihren Schmuck nicht offen zeigen …“ [al-Nûr 24:31]. Es kommt sogar vor, dass Frauen, die sich für Versammlungen schönmachen, sich nie für ihre Männer schmücken.


2. Wenn Männer Frauen bei Versammlungen sehen, zerstört dies ihr religiöses Engagement und ihre Moral und ruft verbotene Gelüste hervor.


3. Schlimme Streitereien und Scheidungen können daraus resultieren, wenn jemand die Frau eines Anderen ansieht oder sie anzwinkert, oder sie lachen und scherzen miteinander. Wenn das Paar nach Hause zurückkehrt, folgt die Abrechnung:

Mann: „Warum hast du über die Worte von Soundso gelacht, obwohl er überhaupt nichts Komisches gesagt hat?“

Frau: „Und warum hast du Soundso zugezwinkert?“
Mann: „Wenn er spricht, verstehst du ihn sofort, aber wenn ich spreche, verstehst du mich nie!“

So geht der Wechsel von Beschuldigungen weiter, bis es im Hass endet oder in einigen Fällen sogar in der Scheidung.


4. Einige Männer und Frauen könnten beginnen, an ihrem Eheglück zu zweifeln, wenn sie damit anfangen, ihre Ehepartner mit denjenigen ihrer Freunde zu vergleichen. Ein Mann könnte zu sich selbst sagen: „Soundso beteiligt sich an Diskussionen und ist sehr gebildet, aber meine Frau ist unwissend und völlig ungebildet…“ Und eine Frau könnte zu sich selbst sagen: „Soundso hat solch ein Glück, ihr Mann ist so redegewandt und klug, und mein Mann ist so langweilig und spricht, ohne vorher nachzudenken…“ Dies zerstört die eheliche Beziehung und führt zu schlechter Behandlung seitens beider Ehepartner.


5. Einige könnten vor den Anderen angeben, indem sie unwahre Behauptungen über etwas aufstellen, was sie nicht besitzen, so dass ein Mann seiner Frau vor anderen Männern Befehle erteilen könnte, damit er vorgeben kann, eine starke Persönlichkeit zu haben, während er zuhause einem zahmen Miezekätzchen gleicht. Eine Frau könnte Gold verleihen, so dass die Anderen in der Versammlung denken könnten, dass sie sehr viel besitzt, aber der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte: „Derjenige, der vorgibt, etwas zu besitzen, was er nicht besitzt, ist wie jemand, der ein Kleid der Lüge trägt.“ (Berichtet von al- Bukhâri, al-Fath, 9/317)


6. Diese gemischten abendlichen Zusammenkünfte sind häufig reine Zeitverschwendung, gefüllt mit nutzlosem Klatsch und anderen Sünden der
Zunge, während kleine Kinder zuhause gelassen werden (damit der Versammlung durch ihr Schreien nicht geschadet wird!)


7. Diese abendlichen Versammlungen können noch schlimmer werden und andere große Sünden einschließen, wie das Trinken und Spielen – besonders innerhalb der so genannten „höheren Klasse“. Eine andere der Hauptsünden, die daraus resultieren könnte, ist der Wunsch, die Kuffâr nachzuahmen und ihnen in der Kleidung und anderen Sitten und Gewohnheiten zu ähneln. Der Gesandte Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte: „Wer auch immer ein Volk imitiert, ist einer von ihnen.“ (Berichtet von Imâm Ahmad, al-Musnad, 2/50; siehe auch Sahîh al-Jâmi’, 2828)


Bei Familienversammlungen müssen Frauen von nicht-mahram Männern getrennt werden, und die Versammlungen sollten einem nützlichen Zweck dienen, wie das Erinnern an Allâh (Dhikr), nach nützlichem Wissen zu streben oder soziale Probleme oder Dinge, die der Familie in diesem Leben nützen können, zu besprechen. Wir bitten Allâh, uns sicher und gesund zu lassen. Möge Allâh unseren Propheten Muhammad segnen.


Sheikh Muhammed Salih Al-Munajjid


Quelle: Islam-QA.com (Frage Nr. 1808)

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